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Unsere Presseartikel

Hier finden Sie einige Artikel über medizinische Themen, die von uns in der lokalen Presse veröffentlicht wurden.

Die Akupunktur ist als naturheilkundliche Therapieform Teil der traditionellen chinesischen Medizin. Durch Nadelreizung von Akupunkturpunkten im Bereich der Körperoberfläche und des Ohrs können Störungen im gesamten Organismus, also auch im Körperinneren beeinflusst werden.

Die Punkte liegen auf Leitlinien, die man als Meridiane bezeichnet. In ihnen kreist nach traditioneller chinesischer Auffassung die Lebensenergie „Qi“ mit ihren Anteilen Yin und Yang. Diese beiden lebenserhaltenden Kräfte sind im Körper als Gegenpole gleichzeitig wirksam. Ihr Gleichgewicht stellt den idealen Gesundheitszustand dar, ihr Ungleichgewicht führt zu Beschwerden und Krankheit. Ein energetischer Ausgleich kann durch eine korrekte Nadelsetzung erreicht werden.

An bestimmten Punkten des Körpers werden die dünnen Akupunkturnadeln platziert, wo sie etwa 20 bis 30 Minuten verbleiben und ihre heilsame Wirkung entfalten, während sich der Patient auf der Liege entspannt. Akupunktur stellt eine praktisch risiko- und nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode dar.

Die durch die Nadelung erzeugten Reize gelangen über das Zentrale Nervensystem zu den entsprechenden Körperteilen und Organen. Akupunktur wirkt vor allem bei gestörter Organfunktion heilend. Handelt es sich aber bereits um die fortgeschrittene Zerstörung von Strukturen, kann auch mit Akupunktur nur noch eine Linderung der Beschwerden bzw. Schmerzen erreicht werden. Idealerweise ergänzen sich Akupunktur und Schulmedizin als ganzheitlicher Therapieansatz.
Große wissenschaftliche Studien belegen, dass die Akupunktur bei einer Reihe weit verbreiterter Erkrankungen wie Heuschnupfen, Migräne, Tennisellenbogen, allergischem Asthma oder chronischen Wirbelsäulenleiden den herkömmlichen medizinischen Therapien überlegen ist. Akupunktur ist daher ein wichtiger Bestandteil meiner praktischen Tätigkeit geworden.

Copyright 2013, Dr. med. Florian Hage

Anhand regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen bei Babys und Kindern kann die altersentsprechende Entwicklung des Kindes ärztlich überprüft werden und notfalls bei Fehl- oder Mangelentwicklungen rechtzeitig entgegengesteuert werden.

Bei jeder der 10 sog. U-Untersuchung werden zunächst Größe, Gewicht und Kopfumfang gemessen und in sogenannte Wachstumskurven im gelben Vorsorgebuch eingetragen, was die Eltern nach der Geburt des Kindes erhalten. So gewinnt man einen Überblick, ob die Entwicklung gleichmäßig ist oder z.B. ein Wachstumsknick vorliegt, der z.B. durch eine Stoffwechselstörung verursacht werden kann. Anschließend erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Schließlich werden im Rahmen dieser Vorsorge-Arztbesuche wichtige Themen besprochen (Ernährung, Rachitis-/Fluor-Prophylaxe, Sauberkeitserziehung, etc), und die Eltern haben die Möglichkeit jegliche Probleme in Zusammenhang mit dem Kind (Essen, Schlafen, Schreien, Erziehung, etc.) zu besprechen.

Ein wichtiges Thema ist das empfohlene Impfschema, welches mit den Eltern besprochen wird und ggf. individuell angepasst wird. Bei jeder Untersuchung sollte die Vollständigkeit des Impfstatus überprüft werden. Bei den Kleinkindern stehen die Sinneswahrnehmung und die Kommunikations- und Reaktionsfähigkeit im Vordergrund. Sollten sich hier z.B. Auffälligkeiten
der Sprachentwicklung zeigen, kann bereits eine Therapie begonnen werden, um u.a. Problemen in der Schule vorzubeugen. Auch wird der Bewegungsapparat genau untersucht, die Wirbelsäule und die Füße auf Fehlstellungen und Haltungsfehler kontrolliert. Später kommen Seh- und Hörtest hinzu.

Bei den Schulkindern wird schließlich besonders auf die Feinmotorik, das Koordinationsvermögen und die Sprachentwicklung Wert gelegt. Bei den Teenagern steht die körperliche Entwicklung (Pubertät!) im Vordergrund. Dies beinhaltet auch die Sexualentwicklung des Heranwachsenden. Liebe Eltern, auch wenn Ihr Kind völlig gesund sein sollte, nutzen Sie das Angebot der regelmäßigen ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. Vorsorge ist immer besser als Nachsorge!

Copyright 2013, Dr. Stephanie von Mackensen

Muss die Leber mehr Fette speichern, als sie abgeben kann, entwickelt sich eine Fettleber. Diese ist nicht schmerzhaft und bleibt in der Regel über viele Jahre unbemerkt oder ist ein Zufallsbefund z.B. bei einer Checkup-Untersuchung. Betroffen sind etwa 25 von 100 Personen. Die häufigsten Ursachen sind Alkohol, Überernährung und Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Medikamente. Aber auch längere Hungerperioden, ausgeprägter Gewichtsverlust oder eine künstliche Ernährung können Auslöser sein. Wenn zusätzlich zur Fettleber eine Entzündung tritt, spricht man von einer Fettleberentzündung, die eine deutlich schlechtere Prognose hat.
Fällt die Ursache für den Leberschaden weg, kann sich die Leber von beiden Veränderungen erholen.

Wer den Verdacht hat, an einer Fettleber zu leiden, der sollte sich an seinen Hausarzt oder an einen Internisten wenden. Um die Diagnose zu stellen, sind weitere Untersuchungen (Labor, Ultraschall, etc.) erforderlich.

Was tun bei Fettleber?
Eine spezifische medikamentöse Therapie gibt es nicht. Vielmehr geht es darum, die auslösenden Ursachen zu beseitigen!

Eine gesunde Lebensweise kann Leberschäden vorbeugen und bei Lebererkrankungen helfen. Achten Sie auf eine ausgewogene, nicht zu fettreiche Ernährung.
Bewegen Sie sich regelmäßig. Experten empfehlen, etwa 3 Stunden pro Woche körperlich aktiv zu sein.
Verringern Sie langsam Ihr Gewicht, wenn Sie übergewichtig sind. Vermeiden Sie aber Hungerkuren oder Nulldiäten, diese belasten die Leber stark.
Für alle dauerhaften Erkrankungen der Leber gilt: Alkohol verschlechtert den Verlauf erheblich. Verzichten Sie daher auf Alkohol. Falls Ihnen dies schwerfällt, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.
Gegen Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Viren gibt es wirksame Impfungen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie sich impfen lassen sollten

Wichtig zu wissen ist, dass es sich zunächst um eine gutartige Erkrankung handelt: Wenn Betroffene schnell gegen die Ursachen ihrer Fettleber etwas tun, kann die Erkrankung restlos ausheilen, da die Leber zu den regenerationsfähigsten Organen zählt.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 140.000 Menschen an Hautkrebs. Hautkrebs lässt sich frühzeitig erkennen und auch – im Frühstadium – gut behandeln. Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, haben Sie ab 35 alle 2 Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs Früherkennungsuntersuchung. Diese können Sie beim (dafür qualifizierten) Hausarzt oder beim Hautarzt durchführen lassen. Beim Hausarzt können Sie diese Untersuchung gleich mit der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung (Check-up 35) kombinieren.

Sonnenbrände in der Kindheit und die lebenslange kumulative UV-Dosis sind die Hauptrisikofaktoren für Hautkrebs!

So sollte ein ausreichender Sonnenschutz besonders bei Kindern Pflicht sein! Für Erwachsene kann als Faustregel je nach Hauttyp überschlagen werden: „Lichtschutzfaktor x maximale Zeit ohne Sonnenschutz = maximal erlaubte Zeit mit Sonnenschutz“. Jedoch sollte zwischen 11 und 15 Uhr die direkte Sonne aufgrund der dann höchsten UV-Intensität generell
gemieden werden.

Kinderhaut ist weitaus empfindlicher: So ist für Kinder unter 1 Jahr direkte Sonneneinstrahlung tabu, und auch danach sollten Sie die empfindliche Haut Ihres Kindes nicht unnötig belastender Sonneneinstrahlung aussetzen. Die einfachsten Schutzmaßnahmen sind am wirksamsten: Sonnengerechte Kleidung und Schatten.

Schützen Sie auch ältere Kinder mit einem kindgerechten Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF 15.

Copyright 2013, Dr. med. Stephanie von Mackensen

Unkonzentriertheit, leichte Ablenkbarkeit, motorische Unruhe, fehlende Impulskontrolle sind einige wesentliche Merkmale, die zu der Verdachtsdiagnose ADHS (Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Störung) führen. Eine Diagnose, die von vielen als „Modekrankheit“ in unserer psychisch immer auffälliger werdenden Gesellschaft belächelt wird und gemäß deren Ansicht der „allzu lebhafte Nachwuchs“ ins krankhafte Abseits geschoben wird. Schwer zu führende Kinder bekommen so leicht den Stempel ADHS, werden stigmatisiert, ausgegrenzt und in psychiatrische Behandlungen geschickt. Was die Eltern und die Gesellschaft nicht vermag, sollen nun Therapeuten und Tabletten richten.

Wissenschaftlich belegt ist eindeutig, dass es diese Erkrankung tatsächlich gibt und dass die betroffenen Patienten – Kinder und Erwachsene – einen Mangel an chemischen Botenstoffen, vorwiegend Dopamin, in bestimmten Arealen des Gehirns aufweisen. Diese Verschiebung der Botenstoffkonzentrationen führt dann zu der bekannten Symptomatik mit Hyperaktivität und verminderter Aufmerksamkeit. Daraus resultieren oft typische Lebensläufe mit Schulproblemen, sozialer Isolation, gehäuften Partnerschafts- und Arbeitsplatzkonflikten – die Lebensführung wird zum Desaster. Die betroffenen Menschen sind meist unbeliebt, ausgegrenzt und einsam, können jedoch auch sehr leistungsfähig und kreativ sein, da ihr „Motor“ ja stets auf Hochtouren läuft.

Um die richtige Diagnose stellen zu können, muss eine genaue Krankengeschichte vom Kleinkindalter an erhoben werden. Berichte der Eltern, Erzieher und Lehrer, Zeugnisse und Schulhefte müssen ausgewertet und psychologische Testungen durchgeführt werden, denn nur die Zusammenschau aller Befunde und Tests lässt eine exakte Diagnosestellung zu.

Für die Behandlung stehen verschiedene Medikamente, sogenannte Psychostimulanzien, zur Verfügung. Zusätzlich ist eine flankierende Ergo- und Psychotherapie, insbesondere zur Elternschulung, sinnvoll, um den Alltag zu strukturieren und adäquate Verhaltensmuster einzuüben. Wichtig ist hierbei, dass gerade die Medikamenteneinnahme überhaupt erst die Voraussetzung für eine Beübung schafft. Denn ein Kind welches nicht einmal ruhig sitzen kann, ist verständlicherweise kaum in der Lage, etwas zu lernen. Somit ergibt die wissenschaftliche Datenlage eindeutig, dass bei schwerer ADHS alternative Therapien oder alleinige übende Verfahren keinen gesicherten Nutzen erbringen, jedoch frühzeitig medikamentös therapierte Kinder deutlich von dieser Therapie profitieren, wenn die Diagnose stimmt.

Copyright 2013, Dr. med. Ralf Cronenberg

Rund 4 Millionen leiden an depressiven Störungen und ca. 5% an einer schweren, sogenannten Major Depression – Tendenz steigend. Auch saisonal kommt es in den Herbst und Wintermonaten regelmäßig zu einem Anstieg der Erkrankungsrate. Ursächlich scheinen neben schwerwiegenden Lebensereignissen, wie zum Beispiel Verlust des Lebenspartners oder eine schwere Erkrankung, auch neurobiologische Faktoren eine wesentliche Rolle zu spielen. Hierbei kommt es zu einem Defizit an Botenstoffen in bestimmten Hirnarealen. Folglich können Menschen auch ohne erkennbaren Grund eine Depression entwickeln, wenn diese Botenstoffe vermindert zur Verfügung stehen. Klassische Symptome einer Depression sind gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit Interessenlosigkeit. Aber auch weniger typische Symptome wie Konzentrationsstörungen,
Schlafstörungen, innere Unruhe oder körperliche Beschwerden wie Schmerzen können in Erscheinung treten.

Aus diesem Grund kann diese Erkrankung manchmal schwierig zu erkennen sein, so dass die Diagnose oftmals verzögert oder gar nicht gestellt wird. Therapeutisch kommen psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungen – einzeln oder sinnvollerweise in Kombination miteinander zum Einsatz. Leider wird aber die Diagnose Depression in unserer Gesellschaft noch oft negativ bewertet, was die Akzeptanz dieser Erkrankung bei den betroffenen Patienten und somit auch die Einleitung einer gezielten Therapie erschwert. Jeder erkennt einen Beinbruch oder einen Herzinfarkt als schwere Erkrankung an, „es an den Nerven zu haben“ gilt jedoch weit verbreitet als Schwäche und Schande.

Demzufolge werden sowohl Diagnose als auch eine entsprechende Therapie immer wieder abgelehnt. Hausärzte aber, die die Patienten lebensbegleitend betreuen und diese über Jahre hinweg kennen, haben oft ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten, was den ersten Schritt in die richtige Richtung erleichtern dürfte.

Copyright 2013, Dr. med. Ralf Cronenberg

Hatten sie schon mal Rückenschmerzen? Sie sind nicht allein! Rückenschmerzen gehören in Deutschland zu den am meisten angegebenen Schmerzen überhaupt.
Eine gründliche körperliche Untersuchung unter Berücksichtigung der Beschwerdesymptomatik und Vorgeschichte sind grundlegend. Oft reichen diese Untersuchungen und eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte aus, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen.
Bei Hinweisen auf potentiell gefährliche oder chronische Verläufe (über drei Monate) können weitere Maßnahmen, wie bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen hilfreich sein. Diese Verläufe sind jedoch deutlich seltener.
Leider führt unsere geräteorientierte moderne Medizin zu häufig zu vorzeitigen oder unnötigen Röntgenuntersuchungen ohne den Patienten ausreichend vorher untersucht zu haben. Hier werden meist reaktive bzw. altersbedingte Veränderungen des Knochens und der Bandscheiben festgestellt, die für die Beschwerdesymptomatik des Patientin belanglos sind, jedoch zu vorschnellen Rückschlüssen oder gar zu Operationen führen. Ein Bandscheibenvorfall bei ausreichend weitem Rückenmarkskanal muß als Beispiel keine Beschwerden verursachen und so besteht oft eine deutliche Diskrepanz zwischen Beschwerden und Röntgenbefund.
Ausstrahlende Schmerzen und Kribbeln in Armen- und Beinen müssen nicht immer bandscheibenbedingt sein, viel häufiger ist eine Fehlstatik des Bewegungsapparates mit muskulärem Ungleichgewicht, falsche Belastung oder Überlastung sowie Übergewicht die Ursache. Auch depressive Verstimmungen können zu erhöhter Muskelspannung mit Schmerzen führen, wobei hier eine deutlich höhere Gefahr einer Chronifizierung besteht. Ein gesunde Lebensführung verbunden mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und aktiver Gestaltung des Alltags verbessert ihre Ausdauer und Beweglichkeit. Eine leistungsfähige Bauch- und Rückenmuskulatur stützt und entlastet die Wirbelsäule, trägt entscheidend für die Gesundheit ihres Rückens bei.
Therapeutisch haben sich entzündungshemmende Schmerzmittel, weiter körperliche Bewegung sowie manualmedizinische Behandlungen zur Lösung von Verspannungen und Blockaden als hilfreich erwiesen. Gezielte Schmermitteleinspritzungen oder Akupunktur sind zusätzlich hilfreich. Die Motivation und Einstellung des Patienten trägt eindeutig zum Rückgang der Beschwerdesymptomatik bei.
Lassen sie sich im Bedarfsfall von dem dafür kompeteten Arzt beraten und behandeln. Hier ist oft ein Gespräch hilfreicher als eine Kernspintomographie.

Dr. Florian Hage

Plötzlich einsetzende stärkste Schmerzen im linken Brustkorb, oft in Kombination mit einer Schmerzausstrahlung in den linken Arm oder den Unterkiefer, zum Teil auch mit vegetativen Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbreche, Kaltschweißigkeit oder Atemnot, das sind die typischen Symptome eines akuten Herzinfarktes. Dieser wird verursacht durch einen plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes, welches den entsprechenden Herzmuskelanteil mit Blut versorgt. Dieser Verschluss wird hierbei entweder durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder einen Verkalkungsherd der Gefäßwand (Plaque) ausgelöst. Leider gibt es aber auch Herzinfarkte, bei denen die oben genannten spezifischen Symptome ganz oder zum Teil fehlen, beispielsweise bei älteren Patienten oder Diabetikern, was das Erkennen dieser lebensbedrohlichen Erkrankung sowohl für den Patienten selbst, als auch für uns Ärzte erschwert. Umso wichtiger ist es, dass Patienten sich bei akut auftretenden Brustschmerzen unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Dies ist aus zwei wesentlichen Gründen notwendig: Zum Einen besteht bei einem Herzinfarkt akute Lebensgefahr, so dass eine permante Überwachung des Patienten nötig ist, um einen Kreislaufstillstand und ein Kreislaufversagen sofort behandeln zu können. Zum Anderen gibt es in der Infarktbehandlung ein wichtiges Zeitintervall von maximal 90 Minuten, innerhalb derer eine Herzkatheter Untersuchung (Koronarangiographie) stattfinden sollte. Hier kann dann das verschlossene Gefäß mittels Kathetertechnik wieder eröffnet und aufgedehnt werden, so dass das betroffene Herzmuskelareal wieder mit Blut versorgt wird. Oft wird im Zuge dieser Behandlung dann auch ein Röhrchen, ein sogenannter Stent in das verengte Herzkranzgefäß eingebracht, welcher die Verengung schient und offen hält. Somit liegt es auf der Hand, dass die unverzügliche Einleitung dieser Maßnahme Leben retten kann und außerdem die Schädigung des Herzmuskels zu verringern vermag. Anschließend muss dann eine standardisierte medikamentöse Therapie zur Blutverdünnung, Herzentlastung und Cholesterinsenkung eingeleitet werden, um das Risiko eines erneuten Infarktes zu verringern (Sekundärprophylaxe). Hier spielt aber auch eine Änderung der Lebensweise mit Nikotinverzicht, gesunder Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung in Form von moderatem Ausdauertraining eine entscheidende Rolle. Damit es aber nicht erst zu solch einem akuten Ereignis kommt, kann man sich jederzeit im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen ärztlich untersuchen und beraten lassen, um sein eigenes Risiko abschätzen zu können oder möglichst schon im Vorfeld eine gestörte Herzmuskeldurchblutung durch eine Herzkranzgefäßverengung zu erkennen. Dies gilt insbesondere für Patienten, in deren naher Verwandtschaft schon Herzerkrankungen oder Schlaganfälle aufgetreten sind.

Dr. Ralf Cronenberg

Für die positiven Effekte regelmäßiger körperlicher Aktivität ist es nie zu spät: Die Anpassungsfähigkeit an körperliche Belastungen und damit die Trainierbarkeit der Organsysteme bleibt bis ins hohe Lebensalter erhalten, sodass auch dann gesundheitswirksame Effekte erzielt werden.
Nicht alle Formen und Intensitäten körperlicher Aktivität sind für jeden älteren Menschen geeignet. Insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen eine individuelle An- passung, welche vorhandene Beeinträchtigungen und Risiken be- rücksichtigt.
Empfehlenswert vor Beginn einer neuen körperlichen Aktivität ist in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung, eventuell ergänzt durch eine Belastungsuntersuchung. Auf diese Weise können Risiko- faktoren und Krankheiten festgestellt und die körperliche Belast- barkeit eingeschätzt werden.
Wichtiges Prinzip körperlicher Aktivität im Alter ist: Gesundheit geht vor Leistung. Ein wesentliches Ziel der Bewegungsförderung ist die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, um auf diese Weise Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Motorische Fähigkeiten, insbesondere das Gleichgewicht, spielen für die Sicherheit im Alltag eine große Rolle und leisten einen wichtigen Beitrag zur Sturzprävention.
Das Trainieren körperlicher Aktivität im Alter sollte an Bewegungs- abläufe des Alltags anknüpfen und Belastungen schonend aus- führen. Empfehlenswert ist es sich einer Gruppe anzuschließen. Auf diese Weise werden soziale Kontakte gefördert, was nicht nur für alleinstehende ältere Menschen förderlich ist.

Dr. Stephanie von Mackensen

„Herr Doktor, ich bin den ganzen Tag müde“, diesen Satz höre ich in dieser Jahreszeit besonders oft, aber was sich vordergründig sehr banal anhört, kann durch eine ganze Reihe ernstzunehmender und behandlungsbedürftiger Gesundheitsstörungen verursacht werden. Neben einer Blutarmut, einer Zuckerkrankheit, chronischen Entzündungen, Tumorerkrankungen, einer Herzschwäche oder einer Schilddrüsenunterfunktion, können auch psychische Störungen wie zum Beispiel eine Depression, welche ja oft im Herbst oder Winter in Erscheinung tritt, der Auslöser sein. Auch Erschöpfungszustände, wie das viel zitierte „burn out Syndrom“, die ihre Ursachen in übermäßiger beruflicher oder privater Stressbelastung haben, nehmen ständig zu. Hier findet der Einzelne kaum mehr Raum für Freizeit und die eigene Erholung, so dass diese wichtigen Erholungsphasen weg fallen. Unsere Gehirne kommen nicht mehr zur Ruhe, sie werden virtuell oder real getrieben, überfordert oder gemobbt, sei es durch die multi-tasking Anforderungen der Arbeitswelt oder die mediale Reizüberflutung per Smartphones, Computer oder Fernsehen. Jeder muss zu jeder Zeit erreichbar und „online“ sein – und die Frage lautet folglich: wer soll davon dann nicht müde und krank werden? Gerade der jüngeren Generation muss hier ärztlicherseits verdeutlicht werden, dass ein sinnvoller und kontrollierter Umgang mit Handy, Internet und sozialen Netzwerken für die eigene Gesundheit und Zufriedenheit unabdingbar ist.
Anhand dieses Beispiels läßt sich also verdeutlichen, dass nur ein Symptom nämlich Müdigkeit durch eine ganze Palette körperlicher oder seelischer Differentialdiagnosen verursacht werden kann. Was jeweils dahinter steckt läßt sich allerdings nur durch ein Gesamtbild aus verschiedenen Untersuchungen und einem ausführlichen Gespräch mit Ihrem Hausarzt herausarbeiten, der den einzelnen Patienten, dessen Familie und Lebensgeschichte meist über viele Jahre hinweg kennt.

Dr. Ralf Cronenberg

Anhand von Blutuntersuchungen lässt sich in den letzten Jahren in unserer Bevölkerung ein zunehmender Vitamin D Mangel nachweisen. Da die körpereigene Vitamin D Produktion in hohem Maße an Sonnenlicht Exposition gebunden ist, nimmt dieser Mangel meist in den Wintermonaten noch zu. Aber auch der breite Einsatz von Sonnenschutzcremes und das Tragen entsprechender Kleidung als Schutz vor UV Strahlung zur sinnvollen Vorbeugung gegen Hautkrebs verstärken diesen Mangel an körpereigenem Vitamin D. Gerade ältere Menschen und Pflegebedürftige sind dem Sonnenlicht oft viel zu wenig ausgesetzt, da sie in ihren Alltagsaktivitäten und ihrer Mobilität so eingeschränkt sind, dass der gesamte Tagesablauf zum Großteil innerhalb der eigenen vier Wände ohne Sonnenexposition stattfindet. Viele Untersuchungen der letzten Jahre bestätigten allerdings die wichtige Rolle dieses Vitamins für unseren Körper: Zum Einen besitzt es eine zentrale Bedeutung für den Knochenstoffwechsel und den Bewegungsapparat, zum anderen scheint es aber auch immunologische, neurologische und hormonelle Prozesse unseres Körpers positiv zu beeinflussen. So ließen sich beispielsweise unter ausreichender Vitamin D Einnahme signifikant weniger Osteoporose und weniger Stürze bei älteren Patienten nachweisen lassen. Desweiteren ergaben neuere Studien Hinweise darauf, dass ein Vitamin D Mangel Erkrankungen, die man auf ein fehlgeleitetes Immunsystem zurückführt begünstigt (z.B. Multiple Sklerose oder Diabetes mellitus Typ 1). Daneben können aber auch Depressionen, Hirnleistungsstörungen, Herzrhythmusstörungen oder Muskelkrämpfe vermehrt in Erscheinung treten. Somit empfiehlt sich bei entsprechendem Risiko durchaus eine Bestimmung des Vitamin D Spiegels, allerdings wird eine routinemäßige Bestimmung bei gesunden Personen nicht regelhaft von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und muß ggfs. selbst bezahlt werden (circa 25 Euro). Sollte sich ein Vitamin D Mangel in der Blutuntersuchung bestätigen, ist in jedem Fall eine Substitution sinnvoll und muss dann mit dem behandelndem Arzt genauer erörtert werden.

Ralf Cronenberg

Das kennt fast jeder. Besonders nach zu schwerem zu vielem, zu schnellem und zu spätem Essen. Dies sind zumindest die typischen Ursachen für das Brennen in der Speiseröhre, das durch zurücklaufende Magensäure verursacht wird. Eine häufige Wohlstandserkrankung. Natürlich gibt es auch medizinische Ursachen für das regelmäßige Auftreten dieser Symptome. Problematisch ist häufig der unzureichende muskuläre Verschluss des Mageneinganges. Regelmäßige Medikamenteneinnahme, Alkohol, Nikotin oder Diätfehler begünstigen ein Übermaß an Magensäure bzw. beeinträchtigen den Abdichtungsmechanismus. Erhöhter Druck im Bauch wie bei Adipositas oder Schwangerschaft kann diesen Zustand noch verschlechtern. Chronische Entzündungen der Speiseröhre können die Folge regelmäßigen Sodbrennens sein und begünstigen die Entstehung bösartiger Veränderungen. Allerspätestens bei Brustschmerzen oder Schluckstörungen muss eine medizinische Abklärung erfolgen.
Vom unkritischen Einsatz von alkalischen Pufferlösungen oder Protonenpumpenhemmern, die die Produktion der Magensäure unterdrücken, ist abzuraten. Eine Änderung des Lebensstils ist eindeutig nachhaltiger und gesünder. Diese Präparate können die Aufnahme wichtiger Elektrolyte ungünstig beeinflussen und sogar die Knochenbruchgefahr erhöhen. Sie werden erst nach eindeutiger Diagnostik zur Ausheilung und meistens nur für einen befristeten Zeitraum verordnet.
Eine sorgfältige Anamnese ist die Basis der richtigen Diagnosestellung, die bei Unklarheit auch manchmal eine Magenspiegelung erforderlich macht. Eine unkritische Selbstmedikation ist sicherlich leichter als den Lebensstil zu ändern, dies ist aber aus medizinischer Sicht eindeutig abzulehnen.

Dr. med. Florian Hage

„Herr Doktor, ich bin immer so müde – selbst nach 10 Stunden Schlaf!“, so zum Beispiel kann sich ein Patient seinem Arzt gegenüber äußern, der an einer milden Form des Restless Leg Syndroms (RLS) leidet, denn diese Erkrankung kann die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen ohne dass der Patient selbst es merkt. Andere schwerer betroffene Patienten schildern schmerzhafte Missempfindungen, Kribbeln, Muskeldrücken oder -zuckungen, vorwiegend in den Beinen, welche fast ausschließlich in Ruhe auftreten. Diese Beschwerden führen zu einem permanenten Bewegungsdrang mit andauerndem Wälzen oder Beinbewegungen (periodic limb movements) oder gar zur nächtlichen Bettflucht mit Umherwandern durch die Wohnung. Typischerweise bessern sich die Schmerzen sofort durch die Bewegung, so dass sich die motorische Unruhe des Patienten leicht erklären lässt, welche oftmals schon abends vor dem Fernseher zu beobachten ist. Als Ursache dieser Erkrankung wird eine Störung im Dopaminstoffwechsel des Gehirns vermutet. Dieser Botenstoff Dopamin spielt insbesondere bei der unwillkürlichen Motorik, den unbewussten Begleitbewegungen und der Feinmotorik eine Rolle. Charakteristischerweise helfen daher auch Medikamente, welche den Dopamin Spiegel im Gehirn anheben und die man auch bei der Parkinson’schen Erkrankung vorrangig einsetzt, denn auch beim Morbus Parkinson besteht ja bekanntermaßen ein Dopamin Mangel in gewissen Arealen des Gehirns. Warum es jedoch beim Restless Leg Syndrom zu dieser Botenstoffstörung kommt, ist abschließend nicht geklärt, jedoch scheint keine neurodegenerative Erkrankung vor zu liegen, bei der bestimmte Zellen im Gehirn vorzeitig absterben. Dementsprechend gibt es nach aktueller Studienlage auch keine Hinweise darauf, dass Patienten mit RLS gehäuft eine Parkinson Erkrankung entwickeln. In diesem Zusammenhang bleibt aber zu erwähnen, dass es auch sekundäre Ursachen für ein Restless Leg Syndrom geben kann: Beispielsweise können verschiedener Medikamente (z.B. Neuroleptika, Antidepressiva) ein Restless Leg Syndrom auslösen oder verschlechtern; aber auch ein Eisenmangelsyndrom mit leerem Eisenspeichern im Körper (erniedrigtes Ferritin) führt oft zu dem geschilderten Syndrom der unruhigen Beine. In jedem Fall sollte eine umfassende Abklärung und Behandlung erfolgen, denn es gilt: „Wer nicht gut schläft, kann nicht gesund bleiben!“

Dr. Ralf Cronenberg

Anamnese:
Eine 45 jährige Patientin stellte sich mit seit über einer Stunde persistierenden Palpitationen in Verbindung mit Schwindel und Dyspnoe in meiner allgemeinärztlichen Praxis vor. Es bestünden keine internistischen Vorerkrankungen. Diese Beschwerden hätte sie in den letzten Monaten des öfteren verspürt zudem auch eine Verhärtung am Rücken. Beide Symptome wären insbesondere auf Bewegung dann wiederholt spontan verschwunden. Kardiale Risikofaktoren bestanden durch Nikotinkonsum.

Diagnostik:
Die Patientin zeigte einen vegetativen Erregungszustand mit Tachykardie und Schwitzen sowie innerer Unruhe. Es bestand eine Dyspnoe und Hypotonie. Auskultatorisch Vesikuläratmen ohne Anhalt für ein Vitium.
Im EKG zeigte sich das Bild einer regelmäßigen supraventrikulären Tachykardie mit einer Frequenz von 227/min. (Siehe EKG 1).
Die auf Grund der Notfallsituation auf die Thoraxregion beschränkte manualmedizinische Untersuchung ergab eine Dysfunktion im Sinne einer Konvergenzstörung der Segmente Th 2-4 mit positiven Irritationspunkten im Bereich der korrespondierenden Kostotransversalgelenke der linken Seite.

Diagnose:
Supraventrikuläre Tachykardie, Va. Reentry-Tachykardie, DD. Vorhofflattern mit 2:1 Überleitung
Blockierung BWS mit Rippen Th2-4

Therapie:
Eine kardiale Dekompensation auf Grund der kreislaufwirksamen Tachykardie war zu befürchten. Vasovagale Stimmulationsversuche wie Massage des Carotissinus blieben ohne Effekt. Dennoch habe ich auf eine medikamentöse Kardioversion vorerst verzichtet und eine chirotherapeutische Probebehandlung durchgeführt.
In Rückenlage erfolgte die Deblockierung der Brustwirbelkörper 2-4 mit korrespondierenden Rippen mittels Hypomochliontechnik.
Hierauf verspürte die Patienten sofort eine deutliche Erleichterung ihrer Beschwerden.
Der Rhythmus in dem unmittelbar darauf durchgeführten EKG mit einer Frequenz von 130/min wurde als Konversion in den Sinusrhythmus gewertet (siehe EKG 2). Die Sinustachykardie normalisierte sich in den folgenden Minuten. Die Patientin war und blieb hierauf beschwerdefrei.
Ein ergänzender Troponintest zum Ausschluss einer kardialen Ischämie erfolgte auf Grund der raschen Beschwerdefreiheit nicht. Dieser ist bei unklaren Thoraxschmerz natürlich Standard, jedoch bei derartigen Tachykardien häufig sekundär reaktiv positiv.

Diskussion:
Die nach dem Lehrbuch häufigste Ursache in dieser Altersgruppe für eine supraventrikuläre Tachykardie besteht in einer kreisenden elektrischen Erregungen mit Auftreten von Reentry-Tachykardien. Paroxysmale Verläufe mit spontaner Konversion sind häufig (4).
Im vorliegenden Fall kann von einer mechanisch bedingten Grenzstrangirritation ausgegangen werden. Die sympathische Irritation durch Rippenfehlstellungen betraf die kardialen Projektionsfelder TH2-4.
Die kostovertebralen Gelenke weisen starke somatosensorische und viszerosensorische sowie sympathische Innervationen auf(.1)
Die Thoraxregion eignet sich im Rahmen der ganzheitlichen internistischen Diagnostik nicht nur auf Grund sympathischer Viszeroafferenzen, sondern auch therapeutisch mittels viszeroefferenter Verbindungen, wobei ein polysegmentales Reaktionsmuster zu beachten ist (2).
Das nach der chirotherpeutischen Therapie dokumentierte EKG 2 wurde als erfolgreiche Konversion in einen Sinusrythmus gewertet.
Formal kann hier eine 3:1 Überleitung bei Vorhofflattern nicht sicher ausgeschlossen werden (vor Manipulation mit 2:1 Überleitung). Dagegen spricht die sich in den folgenden Minuten normalisierende Herzfrequenz, die im Rahmen der nachlassenden reflektorischen sympathischen Stimulierung diskutiert werden kann. Die ambulante kardiologische Abklärung ergab einen unauffälligen Befund. Der Kardiologe stellte die Indikation für eine elektrophysiologische Untersuchung. Dieser Empfehlung folgte die Patientin nicht, da derartige Herzrhythmusstörungen auch nach fast einem Jahr nicht wieder aufgetreten waren. Auch bei möglichem Vorliegen von zusätzlichen Faktoren wie einer störanfälligen intrakardialen Reizleitung darf die permanente sympathische Irritation als zusätzlicher Faktor zur Überschreitung einer Krankheitsschwelle und hier dem Auftreten einer supraventrikulären Tachykardie diskutiert werden (3).
Ähnliche Behandlungsverläufe hat der Autor bei Absoluter Arrhythmie bei Vorhofflimmern beobachtet.
In meiner allgemeinärztlichen Praxis hat es sich bewährt, neben der viszeralen internistischen Diagnostik eine manualmedizinische Untersuchung wenigstens der vegetativ korrespondierenden Wirbelsäulensegmente durchzuführen. Dieser Untersuchungsgang hat sich insofern bewährt, da eine unmittelbare Behandlung aus der Untersuchung heraus eine medikamentöse Therapie manchmal erübrigt oder zumindest erleichtert.
Eine sorgfältige internistische Basisabklärung darf jedoch nie fehlen, da sich thorakale Beschwerden, verursacht durch einen Myokardinfarkt zumindest kurzfristig ebenfalls manualtherapeutisch lindern lassen!

Fazit für die Praxis:
Die Beachtung der sympathisch-viszeralen Projektionsfelder insbesondere der dorsalen Thoraxregion: – eignen sich hervorragend zur ergänzenden Diagnostik und Therapie in der allgemeinmedizinischen Behandlung sollten Eingang in die Standards der allgemeinärztlichen/internistischen Untersuchungs- und Behandlungsplanung finden
sind ein kostengünstiges Instrument der basismedizinischen Versorgung

Literatur:
1. Böhni, Lauper, Locher, Manuelle Medizin 1, Seite 475 bis 481
2. Drake, Gray‘s Atlas der Anatomie, Urban Fischer Verlag, Seite 119-121
3. Heesch, Manuelle Medizin 2014, 52;427-431
4. Herold, Innere Medizin 2007, 253-257

Autor:
Dr. Florian Hage
Lehrteam DGMSM Boppard
Praxis für Allgemeinmedizin
Manuelle Therapie, Notfallmedizin
Seeleite 4
95478 Kemnath
info@praxis-hcvm.de

Hilfe mein Kind hat Fieber!
Fieber ist ein Zustand erhöhter Körperkerntemperatur über 38,5 Grad. Fieber tritt meistens als Folge viraler und bakterieller Infekte auf, kann aber auch Folge übermäßiger Hitze oder körperlicher Überbelastung sein.
Fieber wird häufig als eigentliche Erkrankung gewertet und als bedrohlich wahrgenommen. Es stellt jedoch eine sinnvolle Reaktion unseres Körpers dar, um das Immunsystem in den Zustand einer verbesserten Funktion und damit Infektabwehr zu versetzen.
In unserer Praxis sehe ich immer wieder Eltern bzw. Patienten, die aus Angst oder Unwissenheit schnell zu fiebersenkenden Medikamenten greifen. Leider wirken alle frei verfügbaren Schmerzmittel neben einer Schmerzhemmung zusätzlich temperatursenkend.
Fieber kann als Chance für eine raschere Gesundung gesehen werden. Es ist ein Mythos, dass sich die Höhe des Fiebers schädigend auf den Organismus auswirkt vorausgesetzt, es besteht eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Der Körper kann den Temperaturanstieg bis 41Grad wirksam begrenzen.
Fieber führt nachweislich zu einer Verkürzung der Erkrankungsdauer und Vermeidung von Komplikationen. Fieberkrämpfe sind nach aktueller Studienlage durch temperatursenkende Maßnahmen nicht zu verhindern!
Ein erkranktes Kind bedarf vielmehr emotional zugewandter Eltern, einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr und körperlicher Schonung. Leider lässt unsere Leistungsgesellschaft eine wesensgemäße Gesundung meist nicht mehr zu. Voraussetzung für dieses Entscheidung ist natürlich ein von seiner Konstitution stabiler Patient ohne größere internistische Vorerkrankungen oder Risikokonstellationen.
Ist der kleine oder große Patient chronisch krank, besteht eine Immunschwäche oder ein Infekt mit über 3 Tagen hohen Fiebers, sollte natürlich eine ärztliche Untersuchung und Beratung erfolgen.

Dr. med. Florian Hage

Die Zahl der nicht mehr behandelbaren bakteriellen Infektionen aufgrund von Resistenzen der Keime gegenüber den Antibiotika nimmt stetig zu. Daher müssen dringlich Maßnahmen ergriffen werden, um diese Situation zu verbessern:
1. Konsequente Hygienemaßnahmen in den Krankenhäusern, um die Verbreitung resistenter Erreger zu verhindern.
2. Möglichst nur gezielter Einsatz von Antibiotika. Viel zu häufig werden diese Medikamente unnötigerweise verordnet, da viele Erkältungskrankheiten durch Virusinfektionen ausgelöst werden, bei denen Antibiotika unwirksam sind.
3. Richtige Einnahme von Antibiotika. Hier sind die Patienten in der Verantwortung: Wer das verordnete Antibiotikum zu kurz oder falsch einnimmt, verbessert für Bakterien die Chance, sich an die Wirkstoffe anzupassen, so dass sie nicht mehr wirksam sind.
4. Keine Selbstmedikation oder Indikationsstellung zur Antibiotikatherapie durch den Patienten selbst oder die Angehörigen.
5. Keine Verordnung eines Antibiotikums ohne Arzt-Patienten Kontakt.
Durch diese Maßnahmen können wir hoffentlich die Resistenzen der Erreger gegenüber vielen Antibiotika zurückdrängen, wovon wir letztendlich alle im Ernstfall profitieren.

Dr. Ralf Cronenberg

Beipackzettel – der Nocebo und Placebo Effekt.

Zur Therapie von Erkrankungen sowie zur Symptom- und Beschwerdelinderung setzen wir Ärzte häufig verschiedenste Medikamente ein. Alle Arzneimittel sind mit einem Beipackzettel versehen, der die Anwendungsindikationen, die Wirkungen und Nebenwirkungen beschreibt. Dies ist rechtlich klar definiert und vorgeschrieben, birgt aber so manches „Nebenwirkungspotential“, gerade bei denjenigen Patienten, die sich allzu intensiv mit diesem Schriftstück befassen:
Viele Menschen kennen den Placebo Effekt, der so definiert ist, dass ein Medikament ohne jeglichen Wirkstoff, eine positive Wirkung bei einem Patienten hervorruft. Dem gegenüber steht jedoch gleichermaßen der sogenannte Nocebo Effekt. Letzterer beschreibt das Phänomen, dass Patienten unerwünschte Nebenwirkungen nach der Einnahme eines wirkstofffreien Scheinmedikaments verspüren, nachdem sie diese Nebenwirkungen zuvor im Beipackzettel gelesen haben. Studien konnten belegen, dass Menschen, die im Beipackzettel beispielsweise die mögliche Nebenwirkung Schwindel oder Herzrasen beschrieben bekommen haben, bis zu 30 Prozent auch diese Symptome entwickeln. Statistisch sind hier Frauen etwas häufiger betroffen als das männliche Geschlecht. Offensichtlich spielt die psychische Erwartungshaltung und Konditionierung unserem Körper somit einen ernstzunehmenden Streich, weshalb diese Auswirkungen bei der Arzneimittel Therapie von uns bedacht und mit dem Patienten auch besprochen werden müssen. Eines liegt aber anhand dieses Beispiels klar auf der Hand: Unsere Psyche nimmt in der gesamten Medizin bei der Therapie von Erkrankungen eine wichtige Rolle ein, was wir jedoch auch zu unserem Vorteil einsetzen und nutzen können. Ob man nun Beipackzettel liest oder nicht, muss nun jeder für sich selbst entscheiden.

Dr. Ralf Cronenberg

Dem Heuschnupfen den Kampf ansagen
Die Hauptsaison des Heuschnupfens ist mit Beginn des Sommers überstanden. Jedoch ist die Erkrankung nicht nur lästig, sie kann mit der Zeit durch einen sog. Etagenwechsel in ein allergisches Asthma übergehen.
Die Behandlung des Heuschnupfens fußt auf 3 Säulen: Neben den ersten beiden Säulen Allergenkarenz und Heuschnupfenmedikamente ist als drittes die einzig kausale Therapie die sogenannte Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung oder spezifische Immuntherapie genannt). Sie zielt darauf ab, dem Körper die Allergiereaktion abzutrainieren und eine allergische Reaktion in Zukunft zu vermeiden. Hierzu wird in regelmäßigen Abständen über ca. 3 Jahre dem Körper ein speziell auf den Patienten abgestimmtes Allergenextrakt zugeführt (als Injektion, Tabletten oder Tropfen). Basis dieser Behandlung ist eine exakte Allergiediagnostik, um die relevanten Allergene herauszufinden. Diese Diagnostik wird möglichst in der allergenfreie Zeit (Herbst, Winter) durchgeführt und die Behandlung anschließend begonnen. Um einen langfristigen Effekt zu erzielen braucht es aber Geduld: Die Therapie sollte über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren durchgeführt werden, wobei sich im Verlauf die Abstände der Einnahme von anfangs wöchentlich auf normalerweise alle 4 Wochen verlängern (Erhaltungsphase).
Also, nicht nur zurücklehnen und freuen, daß das Schlimmste für dieses Jahr überstanden ist, sondern jetzt das Problem an der Ursache anpacken. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, ob und welche Desensibilisierungsbehandlung für Sie in frage kommt.

Dr. Stephanie von Mackensen

Die Sorge um den Plattfuß des Kindes ist eine häufige Ursache, weshalb Eltern mit ihren Kindern ärztlichen Rat suchen.

Auch normal entwickelte Kinder besitzen eine natürliche Muskelschwäche. Diese bewirkt zusammen mit der kindlichen Stellung der Schenkelhälse (Antetorsion) im Hüftgelenk eine Knick-Plattfüßigkeit, die in den allermeisten Fällen keinerlei Therapie bedarf.
Ob es sich bei Ihrem Kind um einen „normalen“ Knick-Plattfuß handelt, können Sie selber prüfen, indem Sie ihr Kind auf die Zehenspitzen stellen lassen. Zeigt sich hier eine gute Gewölbeaufrichtung, handelt es sich um besagten Normalbefund. Bei Kindern, denen das nicht oder nur unvollständig gelingt, ist eine weitere ärztliche Abklärung notwendig.

Bei einem physiologischen Plattfuß ist eine passive Einlagenversorgung in jedem Fall nicht notwendig. Sie ist sogar kontraproduktiv, denn sie kann die Entwicklung des kindlichen Fußes negativ beeinflussen, weil diese passive Stütze eine falsche Information über tausende Fußsensoren an das Großhirn bewirkt. (Dass Sie auch ganz viele von denen besitzen merken Sie erst, wenn ein winziger Stein im Schuh drückt). Das Großhirn wiederum ändert die muskuläre Ansteuerung der Fußmuskulatur. Eine passive Einlage bewirkt letztlich eine zusätzliche Schwächung der Fußmuskulatur, indem dem Fuß „suggeriert“ wird, dass eine aktive muskuläre Aufrichtung wegen der passiven Stütze nicht mehr notwendig ist (der Fuß “lehnt sich” an die Einlage an).
Ebenso gilt das für die zeitlich sehr aufwendige Krankengymnastik zur Stärkung der Fußmuskulatur. Diese läßt sich sehr gut spielerisch in den Alltag integrieren (viel Barfußlaufen auf unebenem Untergrund, Klettern, Greifübungen mit den Zehen, etc.). Kontraproduktiv ist Bewegungsmangel, erhöhtes Körpergewicht und starke körperliche Belastung.

Es ist nicht schlimm ein Plattfußindianer zu sein!

Insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer und dunkler werden, kommen wir oft in eine melancholische Stimmung. Begleitet wird diese depressive Stimmung durch ein vermehrtes Schlafbedürfnis und Antriebslosigkeit.
Es gibt allerdings ein paar effektive Strategien um einer depressiven Verstimmung entgegenzusteuern:

Bewegung:
Idealerweise kombinieren Sie Sport und Tageslicht, indem Sie beispielsweise eine Stunde am Tag spazieren gehen. Aber auch unabhängig von der Tageszeit wirkt sich sportliche Betätigung positiv aus, da insbesondere Ausdauersportarten die Freisetzung von Glückshormonen bewirken.

Sonnenlicht:
Darüber hinaus kann man trotz der immer kürzeren Tage jeden Moment nutzen, um bei schönem Wetter in die Sonne zu gehen. Bereits 15 Minuten Sonnenlicht pro Tag können zu einer ausreichenden Produktion des für die Stimmung wertvollen Vitamin D im menschlichen Körper führen.

Gesunde ausgewogene Ernährung:
Bei einer Depression (wie auch bei depressiven Verstimmungen) ist die bestmögliche Versorgung mit allen Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe, etc.) dringend anzuraten.

Sauna:
Die Wärme ist genau das richtige Gegenmittel zum nasskalten Grau draußen. Wer in die Sauna geht stärkt sein Immunsystem.

Soziale Kontakte:
Auch wenn Ihnen der Sinn nach Rückzug steht – gemeinsam ist es leichter sich zu Bewegung und sportlichen Aktivitäten zu motivieren. Und in netter Umgebung kommt von ganz alleine gute Stimmung auf.

Sollte eine depressive Symptomatik jedoch anhalten (man spricht dann von einer saisonal-affektiven Störung (Seasonal Affective Disorder – SAD), sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen und eventuell in einer Therapie abklären, wie Ihnen geholfen werden kann.

Dr. Stephanie von Mackensen

Der messenger RNA Impfstoff – ein neues Impfprinzip:

Seit der Coronapandemie wird viel über die neuartige Impfung, welche über eine intramuskuläre Injektion von messenger RNA (mRNA) erfolgt, diskutiert. Ich möchte das Prinzip dieser Entwicklung kurz erläutern:
Bei der sogenannten messenger RNA handelt es sich sinnbildlich um körpereigene „Baupläne“, nach denen einzelne Proteine (z.B. Enzyme oder andere Bestandteile des Körpers) in den „Produktionsstätten“ der Zellen produziert werden. Unser eigenes Genom – die Doppelstrang DNA – liegt dagegen völlig getrennt davon im separaten Zellkern und steuert eigentlich die Produktion der messenger RNA. Das bedeutet, unser Genom legt quasi fest, welche Baupläne und somit welche Bausteine produziert werden.
Der Forschung ist es nun gelungen, messenger RNA herzustellen und so in einem Lipidmantel zu „verpacken“, dass sie in die Zellen eingeschleust werden kann, ohne sofort abgebaut zu werden. Dies kommt nun bei der Impfung zum Tragen: Man stellt der körpereigenen Zelle einen spezifischen „Bauplan“ (mRNA) für einen winzigen Oberflächenbestandteil des krankmachenden Virus zur Verfügung. Dieses kleine Eiweißpartikel wird dann von den Zellen gemäß des Bauplans in den Ribosomen hergestellt und in den Körper ausgesandt. Daraufhin wird dieses Partikel von unserem Immunsystem als fremd angesehen, so dass umgehend Antikörper dagegen gebildet werden. Dringt später nun das eigentliche Virus, das dieses Bauteil auf seiner Oberfläche besitzt, in den Körper ein, reagieren die zuvor gebildeten Antikörper mit dem Bauteil und es kommt zu Neutralisation des gesamten Virus durch unser Immunsystem. Der über die Impfung eingeschleuste Bauplan wird jedoch zügig in den Zellen abgebaut und entsorgt.
Abschließend sei angemerkt, dass es nach aktuellem medizinischen Sachverstand keinerlei Hinweise darauf gibt, dass diese Impfung unser Genom verändert, was in diesem Zusammenhang oft angemahnt wird. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die DNA der Zelle- also unser eigener Bauplan- gar nicht tangiert wird. Gemäß obiger Darstellung würde es bedeuten, dass sich die Reihenfolge (erst DNA, dann mRNA) sich umkehren würde sozusagen der Fluss stromaufwärts fließt, was naturwissenschaftlich kaum vorstellbar ist. Demzufolge erachte ich diesen Impfstoff als sicher, zumal auch keine Zugeständnisse seitens der Zulassungsbehörden bei der Impfstoffzulassung gemacht wurden. Also lassen Sie sich bitte impfen: als Schutz für sich selbst, aber insbesondere auch für Ihre Mitmenschen!

Ralf Cronenberg